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STEIRISCHER TONKÜNSTLERBUND
Dem DANUBIA SAXOPHON QUARTETT WIEN geht der Ruf voraus, als künstlerisches Ziel absolute Perfektion anzustreben. Die Erwartungen wurden jedoch bei weitem übertroffen: zur erreichten Perfektion nämlich trat das Musikantische, die Musizierlust, die Freude am Darbieten; zur Genauigkeit trat der künstlerische Schwung, zur Freude am Detail der große Bogen – kurz: es war ein Konzert der Sonderklasse, das Harald Müller (Sopransaxophon), Alfred Reiter (Altsaxophon), Barbara Hanisch am Tenor- und Peter Girstmair am Baritonsaxophon im 18. Jänner 2004 im gut besuchten Florentinersaal ablieferten.
So nimmt es nicht Wunder, dass man bei den anwesenden Komponisten nur
vergnügte Gesichter bemerken konnte: Davis Johnston schuf mit Rocondo á
4 ein Werk, in welchem sich Unrast und gute Laune die Waage hielten.
Karl Haidmayer erzählte in gewohnt launiger Weise von jenem
Ärztekongress in Paris, für den er sein 3. Saxophonquartett schrieb,
dessen Schlusssatz er Antispasmodium (Entkrampfungsmittel) taufte.
Franz Cibulka nennt seine Werke, in denen konventionelle
Instrumentalklänge sich mit elektronisch generierten Klängen zusammen
tun „Digression“ (Abspaltung). Seine Nr. 4 sind eindrucksstarke
Klangbilder, denen durch die Addition von Elektronik Magie zugesellt
wurde.
Viktor Fortin taufte sein 2. Saxophonquartett „Harlequin“ nach seinem
turbulenten Schlusssatz. Die virtuose und abwechslungsreiche
Interpretation wurde mit besonders lebhaftem Beifall quittiert.
Eine Art musikalisches Tagebuch verfasste Georg Arányi-Aschner mit
seinen tief empfundenen „Seelensplittern“, eines seiner, wie er selbst
ironisch meinte, vielen „letzten Werke“.
Gerhard Präsent steuerte mit seiner Petite Symphonie du Pégaü ein
äußerst kurzes Werk bei, das seine amüsante Kürze aus dem Umstand
ableitet, dass es auf einem - Weinetikett einer prominenten
burgundischen Weinfirma Platz haben musste.
Dass auch in deren Bundesländern faszinierende Saxophonmusik komponiert
wird, ließ sich an den Werken der „Nicht-Steirer“ ablesen: Peter Engl,
Florian Bramböck und Clemens Ebenbichler waren mit durchwegs
beeindruckenden Werken vertreten – kein Wunder bei der kongenialen
Interpretation des DANUBIA Saxophonquartetts!
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